Grill-Guide 2011

Wozu dieses Büchlein erschienen ist, wissen wohl nur die Herausgeber selbst. Das krude Konzept wird schon im ausschließlich stereotype Geschlechterzuordnungen strapazierenden Vorwort deutlich. Im folgenden schlägt es einen Bogen vom Urmenschen bis zur Neuzeit, gefolgt von 10 aus jeder Fernsehzeitung bekannten Grill-Ratschlägen, einem lieblos zusammengeschriebenen Sammelsurium von Internetplattheiten, einschließlich der Empfehlung, sein Fleisch beim Grillen ruhig mit Bier zu übergießen. „Grillklassiker und Geheimtipps“ werden dann versprochen, wobei man letztere vergeblich sucht. „Wurstklassiker – Alle lieben´s heiß“ „Geflügel-Klassiker – Ente gut auf der Glut“ … die Überschriften sind so schlecht, wie Ihre Inhalte banal. Bemerkungen über Zusatzstoffe sind teils haarsträubend und…

Wozu dieses Büchlein erschienen ist, wissen wohl nur die Herausgeber selbst. Das krude Konzept wird schon im ausschließlich stereotype Geschlechterzuordnungen strapazierenden Vorwort deutlich. Im folgenden schlägt es einen Bogen vom Urmenschen bis zur Neuzeit, gefolgt von 10 aus jeder Fernsehzeitung bekannten Grill-Ratschlägen, einem lieblos zusammengeschriebenen Sammelsurium von Internetplattheiten, einschließlich der Empfehlung, sein Fleisch beim Grillen ruhig mit Bier zu übergießen.
 
„Grillklassiker und Geheimtipps“ werden dann versprochen, wobei man letztere vergeblich sucht. „Wurstklassiker – Alle lieben´s heiß“ „Geflügel-Klassiker – Ente gut auf der Glut“ … die Überschriften sind so schlecht, wie Ihre Inhalte banal. Bemerkungen über Zusatzstoffe sind teils haarsträubend und zeigen, wie nahe der Herausgeber dem Erzeugerlager steht. Marinaden werden insbesondere für jene geschmacksintensiven Fleischsorten empfohlen, die sie am allerwenigsten brauchen: Rind, Lamm und Wild. Als sei dieser Schmarren noch nicht genug, wird dann auch noch für alle Fleischsorten eine Sauerbratenmarinade empfohlen.
 
Ausführlich wird erwähnt, dass Fertigsaucen beliebt und im Handel erhältlich sind, was für eine Überraschung! Damit verbunden folgt der Hinweis, dass wenn auf der Flasche steht, die Sauce sei scharf, man den Getränkevorrat erhöhen sollte. Nur noch einmal zur Erinnerung: wir sprechen hier über den Grill-Guide der Deutschen Lebensmittelgesellschaft…
 
Anschließend werden 17 Unternehmen vorgestellt, die eine Medaille der DLG bekommen haben. Warum, wofür, nach welchen Kriterien, gibt es noch andere Preisträger… all das bleibt im Dunkeln. Es folgt ein kurzer Abstecher in den Fleischkauf um danach 1.700 DLG-prämierte Produkte vorzustellen, von Fleisch über Fertigsaucen bis hin zu Fertigsalaten. Dazu wird erklärt, dass die Kriterien zur Medaillenvergabe rein sensorischer Natur waren, also Geschmack, Aussehen, Geruch und Konsistenz. Völlig subjektive Faktoren werden durch die Vergabe einer Medaille hier auf die Ebene der Objektivität gehoben, wobei auffällt, dass erstaunlich viele Discounter-Saucen prämiert wurden. Spätestens an dieser Stelle werden Fragen laut, für deren Erörterung hier leider der Platz fehlt.
 
Fazit:
Dieses Buch ist so sinnlos wie ein Kropf, lieblos, ohne jeden Neuigkeitswert und ohne Sachkenntnis, dafür aber mit einem unangenehmen Beigeschmack von Lobbyismus.

 
DLG
Grill-Guide 2011
DLG-Verlag, 2011)
Broschiert, 200 Seiten
ISBN 978-3769007879
 
12,90 Euro  

Sven Dörge