Sommerfeld & Wiertz – Grillen für Ihn & Sie

Dieses Gott sei Dank nur schlanke Büchlein ist ein so grässlicher Schmarren, dass es nur der abschreckenden Warnung wegen lohnt darüber zu schreiben – stinknormale Rezepte die nicht mal vor 10 Jahren etwas Besonderes gewesen wären, billigste, dumpfbackige Geschlechterklischees (hat Bassermann keine Gender-Beauftragte ?), grauenhafte Gestaltung… ein rundum furchtbares Buch bei dem man um jeden Baum trauert, der für diese Seiten gefällt werden musste!
Bassermann April 2018, 128 Seiten – 7,99 Euro


 

Just Steaks – Onkel Kethe

Kevin Theermann -alias Onkel Kethe- ist 31 Jahre alt, Koch, Mediengestalter und seit 4 Jahren Blogger… Warum wird ein Koch Blogger – ich weiß es nicht, vermute aber nicht das Beste… Dieser Blogger-Onkel verspricht uns mit seinem Buch nun Perfektion, Leidenschaft & Genuss… hat vom Barbecue aber kaum Ahnung – dafür jedoch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein… Dieses Buch ist sehr schön, tolle Fotos, tolle Grafik – ansonsten ist es jedoch ziemlich wertlos, keinerlei brauchbare Basisinformationen und die Rezepte sind ohne jeden Pfiff & Neuigkeitswert – die meisten der Onkel-Käthe-Rezepte laufen darauf hinaus: Nimm ein Stück Fleisch, dazu Butterschmalz, Pfeffer, Salz, irgendwelche Gewürze und dann leg’ es auf den Grill… Das ist nicht spannend, das ist nicht neu, das ist lieblos und somit schade um’s Geld.
Heel August 2018, 136 Seiten – 20,00 Euro


 

Lennox Hastie – Feuer & Flamme

Am besten laufen meist die dümmsten Bücher (siehe oben) und es ist ein vollkommen unverständlicher Jammer, dass die besten Bücher, von den besten Leuten mit dem meisten Wissen & Können oft nur sehr wenig Beachtung finden – dieses Buch ist so eins. Lennox Hastie ist einer der ganz Großen am Feuer, einer mit goldenen Händen und einer ganz großen Seele. Hastie ist einer, der back-to-the-roots nicht als kokettes Werbeschild vor sich her trägt, sondern einer der den tiefen Sinn dieses Strebens verstanden & verinnerlicht hat. Und so liest sich der lange Textteil dieses wunderbaren Buches äußerst anregend, höchst vergnüglich und sehr gewinnbringend – wer die Texte offenen Herzens mitliest, wird vieles lernen und sich in der gleichen Philosophie wiederfinden. Viel mehr gibt es zu diesem wunderbaren Buch nicht zu sagen, außer: Wertvolle Einsichten, viel handwerkliches Wissen und 90 genial simple Rezepte – KAUFEN!
Callwey September 2018, 176 Seiten – 39,95 Euro


 

Bittor (Victor) Arguinzoniz – Extebarri

Kaum hatte ich das wunderbare Buch von Lennox Hastie aus der Hand gelegt, stand der Postbote mit einem weiteren Buch vor der Tür und siehe da, in gewisser Weise gehören diese beiden Bücher zusammen – Als Hastie nämlich keine Lust mehr auf die Schickimicki-Sterneküche hatte, ging er ins Baskenland mit der bekanntlich größten Dichte bester Restaurants und bewarb sich im Extebarri als Koch. Tja, und dieses Restaurant gehört keinem geringeren als Victor Arguinzoniz. Die beiden harmonierten ganz vorzüglich miteinander, experimentieren und arbeiteten einige Jahre zusammen – Arguinzoniz ist mithin der ‚Lehrmeister’ des zuvor hoch gelobten Hastie und damit ist wohl schon das meiste gesagt.

Bittor Arguinzoniz wurde in einem kleinen Baskischen Dorf rund 40 km südöstlich von Bilbao geboren und hat dort als Zimmermann gearbeitet. In den 90ern kaufte er in diesem, seinem Ort ein Restaurant, baute es eigenhändig aus und entwickelte es zum Mekka der hohen Grill-Küche – heute gehört das Extebarri zu den besten Retsaurants der Welt. Aufwändige Krationen & Chic sucht man im Extebarri hingegen vergeblich – Arguinzoniz brilliert durch ausgezeichnete Produkte, Schlichtheit & exzellentes Handwerk.

Über all das berichtet Arguinzoniz in seinem wunderbaren Buch. Das Buch enthält auch eine Reihe seiner Rezepte und viele brillante Fotos – das Wertvollste dieses Buches ist jedoch, dass es gelungen ist, das Wesen dieses großen Koches aufzuzeigen. Sehr schön, sehr lehrreich!
Matthaes Verlag September 2018,356 Seiten – 79,95 Euro


 

Hausbar – Thomas Henry

Drinks sind vor allem im Sommer ein ausgemacht beliebtes Freizeitgetränk und wer einmal in einer wirklich guten Bar einen oder mehrere Cocktails getrunken hat weiß, wie groß die Unterschiede sein können. Beste Zutaten, professionelles Gerät und handwerkliche Erfahrung hinter dem Tresen sind die entscheidenden Faktoren für einen guten Drink. Der Riva-Verlag hat nun mit ‚Hausbar’ eine Art Lehrbuch für den ambitionierten Privatgebrauch veröffentlicht, das es überaus lohnt im heimischen Küchenregal einen Platz zu beanspruchen – Präzise & sachkundig geschrieben, kurz & knapp aber stets ausreichend formuliert und mit akkuraten Informationen zu allen Aspekten des Mixens versehen. Dazu tolle Rezepte mit feinen Fotos – ein sehr gelungenes Werk für den ambitionierten Freizeit-Mixer zu einem ausgemacht günstigen Preis!
Riva Oktober 2018, 208 Seiten – 19,99 Euro


 

Beef! Cuts – Meisterstücke für Männer

Cuts heißt das neue Werk aus der Beef!-Reihe des Tretorri-Verlages und wie der Name verheißt, geht es im weitesten Sinne um das beliebte Thema Fleischzuschnitte. Wie gewohnt kommt auch dieses Buch wieder sehr beeindruckend daher. Wobei zu sagen ist: Niemand jemand wird sich diese vielen Schnitte, Spezial-Schnitte und deren verschiedenen und differierenden Bezeichnungen merken können, selbst Metzger tun sich damit schwer… aber darum geht es ja bei dieser ganzen Beef!-Nummer ja sowieso nicht: Man blättert darin rum, ist begeistert, merkt sich hier & da etwas und darüber schwadroniert man dann genüsslich im Kreise der anderen. Gleichwohl: Verständnis- und hilfreich sind die sehr anschauliche Grafiken & Tabellen, gleiches ist zu den sehr ordentlichen Texten anzumerken, die dies Mal zum Glück nicht von Peter Wagner stammen. Dazu wie immer fantastische Fotos und eine Menge grundsolider bodenständiger Rezepte die alle irgendwo einen kleinen Pfiff haben – sehr gelungen!
Tre Torri, Oktober 2018 – 39,90 Euro


 

Giuseppe Messina – Sous-Vide goes BBQ

Ich mag diese Avantgardisten in der Gastronomie nicht, diese Typen die ständig alles neu erfinden wollen…Nun mag Giuseppe Messina einer der wirklich Kreativen dieser Gilde sein, aber Barbecue und Sous-Vide liegen einfach nicht auf der gleichen Meta-Ebene! Barbecue ist im besten Sinne etwas Einfaches, Bodenständiges, Handwerkliches, Sinnliches, Bodenständiges, Archaisches… – Sous-Vide hingegen ist so ziemlich das Gegenteil davon. Sous-Vide ist nicht Vereinfachung sondern Simplifizierung, ist nicht back-to-the-roots sondern vorwärts-zur-Banalisierung, ist nicht der-Weg-ist-das-Ziel sondern nur-das-Ergebnis-zählt… Diese philosophische Betrachtung muss sein, um gleichzeitig sagen zu können: Mit Sous-Vide lassen sich traumhaft gute Ergebnisse erzielen! Der Knackpunkt aber ist: Man braucht zum Brillieren so gut wie keine Erfahrungen und kaum Geschick – lediglich gute Technik. Das mag vielen entgegen kommen und viele sogar begeistern – mein Ding ist das aus den vorgenannten Gründen jedoch ganz und gar nicht! Wer diese Bedenken nicht teilt, findet in Messinas Buch tolle Rezepte, tolle Fotos und sehr ordentliche Beschreibungen des gesamten Verfahrens.
Heel-Verlag November 2018, 200 Seiten – 39,95 Euro